Gotik im Extremadura-Lexikon

Ebenso wie der romanische Baustil erreicht auch die Gotik die Extremadura in Spanien erst sehr spät. Allerdings dauerten dann die gotischen Einflüsse bis in das 16. Jahrhundert an. Anfangs war die Gotik nur eine Fortsetzung des romanischen Baustils, erlebte dann aber im 15. Jahrhundert seine Blütezeit. Auch in diesem Fall waren es die Militärorden, die den Bau von gotischen Elementen voran brachten. Die Baumaterialien bestanden zu dieser Zeit überwiegend aus Stein und Granit, aber auch Holz und Lehmstein wurde verarbeitet. Eines der schönsten Beispiele für die Gotik in der Extremadura befindet sich in der Ortschaft Azuaga. Hier befindet sich die Pfarrkirche de la Consolacion, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die Hauptfassade ist mit zweiteiligen Türmen geschmückt, in denen Elemente im plateresken Stil aus der Renaissance enthalten sind. Ein weiteres gotisches Bauwerk ist die Kirche Santa Maria de al Granada, die sich in Llerena befindet. Sie wurde im 14. Jahrhundert im Auftrag des katholischen Königspaares erbaut und beinhaltet ein gotisches Schnitzwerk der Jungfrau Virgen de la Granada. In der Pfarrkirche von Calzadilla de los Barros befindet sich einer der allerschönsten Altaraufsätze im gotisch-mudejar Stil. Die Kathedrale von Coria zeigt sich in verschiedenen Stilrichtungen, denn sie wurde in vielen kleineren Bauetappen erstellt. Die einfache, einschiffige Kirche mit mächtigen Mauern und einem überaus interessanten Rippengewölbe, ist das einzige gotische Element. Begonnen wurde der Bau der Kathedrale in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Fertiggestellt wurde die Kirche erst im späten 14. Jahrhundert. Aus dem 15. Jahrhundert stammt der archaisierende Kreuzgang. Einen gotischen Stil, der sehr von der Romanik geprägt ist, zeigt die Kathedrale von Badajoz. Sie wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut. Sehr gotisch geprägt sind die Sterngewölbe von einigen Kapellen, wobei der gesamte Bau aber in den späteren Jahren sehr im Barock verändert wurde.


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