Guadalupe im Extremadura-Lexikon
Das Dorf Guadalupe befindet sich östliche von der Sierra de las Villaercas. Wegen seiner Lage gehört dieser Ort zu den abgeschiedensten Orten in ganz Spanien. Gerade einmal 2500 Menschen leben hier und doch sind regelmäßig mehrere hundert Besucher hier anzutreffen. Die einzige wahre Attraktion des Ortes ist der sehr große Klosterkomplex des Monasterio de Guadalupe, in dem sich die berühmte schwarze Madonna befindet. Das Kloster verfügt über eine Grundfläche von 22.000 Quadratmetern und gleicht eher einer christlichen Festung als einem Kloster. Die Türme des Komplexes sind schon aus der Ferne sehr gut zu erkennen. An seiner Stelle stand um 1300 eine kleine Kapelle, nachdem ein Schäfer im Wald die Madonnen-Stutue gefunden. Nach vielen Jahrhunderten wurde die Kapelle immer weiter angebaut und umgebaut und es entstand das Kloster. In der Zeit zwischen 1389 und 1460 wurden die meisten Erweiterungen vorgenommen. Der zweie Bauboom erfolgte im 17. Jahrhundert. Im Jahre 1933 wurde der Komplex von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Besichtigen kann man das Kloster allerdings nur in geführten Gruppen. Lediglich in einige wenige Bereiche darf man alleine hinein. Fotografieren ist allerdings in allen Räumen absolut verboten. Die Hauser in Guadalupe sind alle sehr klein und überwiegend in weiß gehalten. Im Schatten des gewaltigen Klosterkomplexes erscheinen sie wie Spielzeughäuser. Aufgrund der einzigen Sehenswürdigkeit sind die Einheimischen hier sehr auf den Tourismus eingestellt und angewiesen. Es gibt sehr viel Souvenirläden, gastronomische Betriebe und Herbergen. Allerdings ist die Gegend hier auch nach wie vor sehr landwirtschaftlich geprägt, denn es wird Wein, Oliven, Getreide und viele Gartengemüse angelegt und auch die Schaf- und Schweinezucht ist sehr weit verbreitet.
Sehenswertes in Guadalupe
Die Geschichte von Guadalupe ist sehr mit der der Kapelle Nuestra Senora de Guadalupe und
der Geschichte des Klosters verbunden. Erste Belege für die Existenz der Stadt stammen aus
dem 14. Jahrhundert. Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts wurde ein Schnitzwerk
der Jungfrau von einem Hirten am Ufer des Guadiana gefunden. Hier wurde die Einsiedelei
errichtet. Genannt wurde die Figur Guadalupe, was versteckter Fluss bedeutet. Die Bauern in
dieser Gegend bekamen um 1340 das Land neben der Einsiedelei. Die Ortschaft ist heute ein
Nationaldenkmal und ein sehr gemütlicher Ort. Besucher und Wallfahrer können sich auf
viele traditionelle Fachwerkhäuser um das Kloster herum freuen. Auch die Gastronomie und
die vielen handwerklichen Arbeit sind wahre Publikumsmagnete. Im Kloster kann man
hervorragende Sammlungen mit vielen Miniaturarbeiten, Stickereien Bildern und Gemälden
sowie Skulpturen entdecken. Das Kloster selbst ist ebenfalls sehr sehenswert. Es ist ganz im
gotischen Stil und im Mudejarstil erbaut und beinhaltet in der Sakristei eine wunderbare
Sammlung des Malers Francisco de Zurbaran. Hier kommen Kulturhungrige ebenso auf ihre
Kosten wie Naturfreunde. In der vielen grünen Natur kann man wunderbar wandern gehen
und auch Vogelbeobachtungen sind hier sehr beliebt. Des Weiteren sieht man viele
Menschen, die eine Radtour durch die Region unternehmen und ebenso viele Menschen, die
mit dem Motorrad eine Rundreise durch die Extremadura machen. Die kurvenreichen
Strecken laden auch förmlich dazu ein. Vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und Bauwerken
aus den vergangenen Zeiten kann man es sich in Guadelupe richtig gut gehen lassen.



